Neuer Thüringer Landesnahverkehrsplan 2008 bis 2012
21.08.0002Der Entwurf des neuen Thüringer Nahverkehrsplans sorgt für Aufregung. Er wurde im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Medien erarbeitet und beinhaltet die Strategie für die Jahre 2008 bis 2012.
U.a. werden 36 Haltestellen der Regionalbahn mit weniger als 20 Ein- oder Aussteigern pro Tag (im Jahr 2006) infrage gestellt. Ziel sind kürzere Fahrzeiten. Die betroffenen Gemeinden und Landkreise haben Widerstand gegen die Streichungspläne angekündigt. Sie wären ein herber Rückschlag hinsichtlich Infrastruktur, Wirtschaft und Tourismus. Die Sonneberger Landrätin Zitzmann sagte gegenüber Freies Wort (2.8.2008): „Eine Regionalbahn im Nahverkehr muss für die Bürger an möglichst vielen Haltepunkten zugänglich sein, sonst ist sie nutzlos.“ Die Analyse zeigt laut Ostthüringer Zeitung (29.7.2008), „dass Eisenbahnverbindungen vor allem entlang der Thüringer Städtekette an der A 4 gefragt sind“ und „dass die Qualität des Bahnnetzes noch nicht den Anforderungen entspricht. (…) Drei Prozent des Schienennetzes seien in einem maroden Zustand und daher nur mit gedrosseltem Tempo zu befahren. (…) In magerem Zustand befinden sich die Thüringer Bahnhöfe. Bei über der Hälfte sind Arbeiten nötig. Hauptkritikpunkt sind neben dem baulichen Zustand und Erscheinungsbild in erster Linie die Reisendeninformationen über Aushänge, Anzeiger und Lautsprecheransagen. Das Land plant bei neuen Vergaben der Strecken, besonderen Wert auf Qualität zu legen.“ Auch werden die zu geringen Kapazitäten für Auto- und Fahrrad-Parkplätze an den Bahnhöfen bemängelt. Der neue Landesnahverkehrsplan wird derzeit im Verkehrsministerium beraten, es läuft die Anhörung der Landkreise und kreisfreien Städte als Aufgabenträger des Personennahverkehrs. Eine endgültige Entscheidung steht aus, wird aber noch für dieses Jahr erwartet. Ministeriumssprecher Thomas Sauer erklärte gegenüber Freies Wort, dass im Moment „finanzielle, logistische, landesplanerische und andere Aspekte“ verglichen werden. „Auf keinen Fall aber werden Regionen vollkommen vom Nahverkehr abgehängt.“ Mittlerweile hat Minister Wucherpfennig zugesagt, weniger als die angedachten 36 Haltepunkte stillzulegen. Der Osterländer Volkszeitung (14.8.2008) sagte er: „Es kann sein, dass eine Zahl um die zehn übrig bleibt, die wir nicht halten können.“
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