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Studie zur Zukunftsfähigkeit von europäischen Regionen: Ostdeutschland „demografisches Krisengebiet“

21.08.2008
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat eine neue Studie zum Thema „Die demografische Zukunft von Europa - Wie sich die Regionen verändern“ vorgelegt. Die Zukunftsfähigkeit von europäischen Regionen in 30 Ländern (alle 27 EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Schweiz) wurden miteinander verglichen.

Zugrunde lagen insgesamt 24 demografische, ökonomische, ökologische und soziale Indikatoren. Die Gesamtbewertung zeigt ein deutliches Ost-West-Gefälle innerhalb Europas. Den Spitzenplatz belegte Island, Schlusslicht ist der Nordwesten Bulgariens auf Platz 285. Deutscher Spitzenreiter ist Oberbayern auf Rang 18. Die Regionen Ostdeutschlands finden sich am Ende der Liste – Südwest-Brandenburg und Dresden (Platz 217), Leipzig (224), Nordost-Brandenburg (228), Thüringen (234), Mecklenburg-Vorpommern (235), Chemnitz (240) und Sachsen-Anhalt (241). Laut Ostthüringer Zeitung (21.8.2008) ist die Situation in den neuen Bundesländern besonders dramatisch: „Ostdeutschland insgesamt gilt als demografisches Krisengebiet: Die Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2030 fällt düster aus: Unter den zehn am stärksten vom Schwund betroffenen Regionen Europas liegen mit Sachsen-Anhalt, Chemnitz und Thüringen drei in Ostdeutschland. Die Gründe: Wenig Nachwuchs, starke Überalterung und eine durch Wanderungen in den Westen ausgedünnte künftige Elterngeneration. (…) Deutschland mit seinem vergleichsweise jungen Süden und überalterten Osten gilt demografisch immer noch als gespaltenes Land - seine Zukunftsfähigkeit insgesamt ist daher auch eher mittelmäßig benotet: Platz 14.“ Für Institutsdirektor Reiner Klingholz ist Deutschland „das Pionierland Europas beim demografischen Wandel“. Die Thüringer Allgemeine (21.8.2008) schreibt dazu: „Kein anderer Staat habe so starke wirtschaftliche und demografische Verwerfungen zu bewältigen. Insofern sei die Bundesrepublik Vorreiter einer Entwicklung, der auch andere Länder nicht entkämen.“ Die Gesamtbewertung stellt fest: „Durch Deutschland läuft nach wie vor die alte Grenze zwischen den Systemen. Sie trennt den hilfsbedürftigen Osten vom Westen, der seinerseits im Süden deutlich besser abschneidet als im Norden. Trotz massiver Subventionen für die neuen Bundesländer ist es dort bisher nicht gelungen, den Anschluss an den Westen zu finden.“ Eine Kurzfassung der Studie, Grafiken und eine sehr ausführliche Presseschau finden sie unter: www.berlin-institut.org.



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