Ab April 2009: Ganz Berlin und Brandenburg mit dem VBB-Seniorenticket
04.01.2009„Ab dem 1. April 2009 gibt es für alle, die 65 Jahre und älter sind, ein pauschales, verbundweit gültiges Ticket zu einem sehr attraktiven Preis von 45 Euro monatlich. Sperrzeiten gibt es nicht. Dieses neue Tarifprodukt hat das Zeug, ein echter Renner zu werden.
45,-- Euro ist ein sehr günstiger Preis. Er wird dadurch möglich, dass das Ticket im Abonnement angeboten wird, die Kunden sich also dauerhaft binden. Dies senkt die Vertriebskosten der Verkehrsunternehmen erheblich. Das Ticket ist personengebunden und nicht übertragbar. Wer ein Jahr im Voraus bezahlt, kann weitere drei Prozent sparen: Statt 540,-- werden nur 524,-- Euro fällig.
Ein großer Trumpf ist, dass es ein einheitliches Ticket für das gesamte VBB-Gebiet von Berlin über Cottbus und Prenzlau bis nach Karstädt in der Prignitz gibt, das in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gilt. VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz: "Wer sich das neue Ticket zulegt, muss sich nie wieder mit dem Tarifsystem und den Fahrscheinautomaten plagen." Mit diesem Angebot wird die Mobilität der älteren Fahrgäste deutlich erleichtert: "Fahrgäste aus Berlin können mit dem Seniorenticket, ohne einen Cent mehr zu bezahlen, einen Abstecher nach Potsdam, zum Flughafen Schönefeld, nach Rheinsberg oder in den Spreewald unternehmen", streicht Franz den Vorteil des verbundweit gültigen Abonnements heraus. "Und umgekehrt können die Senioren aus dem Umland so oft sie wollen nach Berlin fahren, zum Shopping, ins Olympiastadion oder ins Theater."
Die Frage, ob es Sperrzeiten geben solle oder nicht, wurde bewusst verneint. Eine Marktforschung hatte gezeigt, dass die Senioren eine Sperrzeit als erhebliche Einschränkung ihrer Nutzungsmöglichkeiten auffassen würden. Hans-Werner Franz: "Wir sollten mehr Zutrauen in unsere Kunden haben. Wer zeitlich flexibel ist, wird ohnehin nicht dicht gedrängt in der S-Bahn morgens im Berufsverkehr stehen wollen, sondern fährt später."
Es handelt sich keineswegs um ein weiteres "Sozialticket", denn es ist - anders als die Seniorenkarte in Berlin, die es bis 2004 gegeben hatte - nicht an eine bestimmte Einkommenssituation gebunden. Stattdessen ist es auf die veränderten Mobilitätsbedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten: Typischerweise unternehmen sie nicht mehr die regelmäßigen Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz, sondern unregelmäßige Besorgungsfahrten und mehr Ausflüge. Jeder ab 65 Jahre kann also das Ticket kaufen. Bei der Bestellung muss lediglich der Personalausweis vorgezeigt werden.
Das neue Produkt ist so kalkuliert, dass es bei den Verkehrsunternehmen nicht zu Mindereinnahmen führt. Im Gegenteil, es werden vorwiegend Menschen angesprochen, die bisher nach dem Eintritt in den Ruhestand den öffentlichen Nahverkehr kaum mehr genutzt haben. Erfahrungen anderer Regionen belegen, dass sogar sehr viele Neukunden gewonnen werden können. Die erwähnte Marktforschung hat gezeigt, dass zwei Drittel der Berliner und eine gute Hälfte der Brandenburger grundsätzlich an einem solchen Angebot interessiert sind. Über 2000 Senioren aus Berlin und Brandenburg waren befragt worden.“
(newstix, 20.11.2008)
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