Mit hoher Verantwortung für Fahrgäste und Fahrzeug
Erstmals können zehn Azubis Busfahrer mit 18 Jahren werden
Bisher galt die gesetzliche Regelung, dass junge Leute erst mit 21 Jahren die Erlaubnis zum Fahren eines Omnibusses erhalten konnten. Die Ausbildung erfolgte meist über Qualifizierungen und Umschulungen von Quereinsteigern oder Berufskraftfahrern, die bisher im Güterverkehr tätig waren.
Nach einer mehrjährigen Erprobungsphase mit wissenschaftlicher Begleitung in Baden-Württemberg sind jetzt die bundesweiten gesetzlichen Voraussetzungen für die Erstausbildung zum Berufskraftfahrer Bus geschaffen worden. Als erste Unternehmen in Thüringen beginnen im Herbst 2007 sechs Betriebe in vier Ostthüringer Landkreisen mit der dualen Ausbildung, gemeinsam mit der Staatlichen Berufsbildenden Schule Technik in Gera.
Die KomBus-Gruppe mit ihren drei Unternehmen OVS, PVG und OVO wird fünf Azubis einstellen, hinzu kommen fünf Ausbildungsplätze in Busbetrieben in Eisenberg, Gera und Greiz. Die neue Berufsausbildung stieß im Januar auf der Berufs-Info-Messe in Saalfeld bereits auf eine große Resonanz. Die Zahl der Bewerber überstieg bei weitem die Zahl der Ausbildungsplätze, berichtet der Ausbildungsleiter der KomBus-Gruppe, Michael Algermissen.
Die fachlichen Anforderungen sind hoch. Dazu gehören mindestens der Realschulabschluss, ein Führungszeugnis sowie erfolgreich absolvierte ärztliche Untersuchungen, darunter ein Test über die Farbtauglichkeit. Künftige Busfahrer müssen physisch und psychisch voll belastbar sein, das sind unabdingbare Voraussetzungen.
Gegenwärtig laufen die Bewerbergespräche, bei denen auch schon mal typische Situationen im Bus simuliert werden. Wie sollte sich ein Fahrer verhalten, wenn im Bus ein Kunde mal laut schimpft? Was wissen die Bewerber über den Öffentlichen Personennahverkehr und die Firma, bei der sie sich beworben haben? Welche Erwartungen haben Sie an ihren künftigen Beruf?
Der ist sehr anspruchsvoll, wie auch die dreijährige Ausbildung. Neben dem Erwerb der Führerscheine Klasse B für PKW sowie Klasse D Berufskraftfahrer Bus gehören zu den Ausbildungsinhalten u.a. Pflege und Wartung von Nutzfahrzeugen, Arbeitsrecht, Rechtsvorschriften im Straßenverkehr, Arbeits- und Umweltschutz, kundenorientiertes Verhalten, Reisegeografie und auch Fachenglisch.
Bei entsprechender Leistung und Eignung bestehen nach der erfolgreichen Ausbildung für die jungen Leute „sehr gute Chancen für eine Übernahme in das Unternehmen", sagt der Geschäftsführer der KomBus-Gruppe Bert Hamm. Sie werden dann Schritt für Schritt im Buslinienverkehr bis 50 Kilometer eingesetzt, ab 21 Jahre ohne Beschränkung. Der Bedarf an jungen, gut ausgebildeten Busfahrern ist in der KomBus-Gruppe und in den anderen Thüringer Busunternehmen in den nächsten Jahren vorhanden.
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