Die Linienbusse fahren, wenn eine ausreichende Nachfrage besteht
Als Dienstleister zwischen Daseinsfürsorge und Marktbedingungen
Thüringen.Die Fahrplanumstellung am 1. März 2008 ist der LVK Hildburghausen nicht leichtgefallen. Sie hat rechtzeitig vor dem Termin darüber informiert. Ganze Linien waren betroffen, mussten gestrichen werden. Aber auch neue Angebote ergänzen den aktuellen Fahrplan, wie zum Beispiel zwei Fahrten morgens und abends zwischen Suhl und Schleusingen. Darauf legt LVK-Geschäftsführer Jürgen Zuber Wert. Und darauf, dass diese Umstellung mit dem Aufgabenträger, dem Landkreis Hildburghausen, sowie der Genehmigungsbehörde, dem Landesverwaltungsamt in Weimar, eng abgestimmt worden ist.
Flächenkreis mit Bergen und Tälern
Als Dienstleister steht die LVK in der Verantwortung, für ausreichende Angebote im PNV zu sorgen. Das ist so gesetzlich festgeschrieben und wird auch als Daseinsfürsorge des Staates bezeichnet.
Diesen Auftrag erfüllt die LVK, wie auch alle anderen Busunternehmen in Thüringen, im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten und konkreten Marktbedingungen, die regional sehr unterschiedlich sind. Der Landkreis Hildburghausen ist ein großer Flächenkreis mit Bergen und Tälern und ca. 70.000 Einwohnern, Tendenz weiter abnehmend. Er besitzt in Thüringen mit 644 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner die höchste PKW-Dichte. Viele Menschen pendeln mit dem privaten PKW nach Bayern zur Arbeit; hinzu kommt eine kleinteilige Siedlungsstruktur.
Deshalb sind die Bedingungen für einen – aus Sicht der LVK – wirtschaftlich verantwortbaren ÖPNV am Markt schwerer als in anderen Regionen Thüringens. Der Landkreis Gotha zum Beispiel, flächenmäßig so groß wie der Landkreis Hildburghausen, hat 142.000 Einwohner und damit rund doppelt soviel. Die PKW-Dichte liegt mit 568 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner im Thüringer Durchschnitt (565). Die topografische und Siedlungsstruktur ist weniger problematisch als im Landkreis Hildburghausen.
Eine Million Fahrgäste im Stadtbus Gotha
Allein den Stadtbusverkehr Gotha nutzen jährlich über eine Million Fahrgäste. RVG-Geschäftsführer Markus Würtz registriert im Tagesverkehr eine verstärkte Nachfrage.
Dabei sind vier von fünf Kunden sogenannte Jedermann-Fahrgäste, also weder Schüler
noch Azubis, die im gesamten Verkehrsgebiet einen Anteil von reichlich 50 Prozent ausmachen. Dennoch rechnet Würtz, wie die meisten Verantwortlichen für den Bus-ÖPNV in Thüringen, mit einem Rückgang der Fahrgäste. Das liegt allein schon darin begründet, dass die Bevölkerungszahl im Land kontinuierlich abnimmt, im Landkreis Gotha jährlich um ca. drei Prozent.
Politisches Bekenntnis zu Bussen und Bahne
Bisher lautet für den Kreistag Gotha die Antwort auf diese demografische Entwicklung:
Wir kürzen das ÖPNV-Angebot nicht. Dieses politische Bekenntnis wird untermauert
mit einer Kalkulation, denn der Zuschussbedarf für Busse und Bahnen im Landkreis wird bis zum Jahr 2011 moderat steigen. Für die RVG und die in ihrem Auftrag tätigen Busunternehmen bedeutet das Planungssicherheit. Und für die Fahrgäste die Gewissheit, auch künftig ein gutes Nahverkehrsangebot in der Region nutzen zu können.
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