Mit Ruhe und Übersicht handeln, damit Fahrgäste pünktlich ankommen
Zentrale Leitstelle organisiert und begleitet Buslinienverkehr
Saalfeld/Thüringen. Bei Lothar Sieber funkt und klingelt es gleichzeitig. Über Telefon und Sprechfunk kann er Verbindung mit jedem Busfahrer aufnehmen, der unterwegs ist. Auf fünf Bildschirmen können permanent Informationen über die eingesetzten Linienbusse abgerufen werden. Diese Flut an Signalen und Informationen ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven.
Bis 7 Uhr ist Stress pur angesagt
Lothar Sieber strahlt Ruhe und Vertrauen aus. Er kann schnell umschalten, wenn es die Situation erfordert. Als verantwortlicher Tagesdisponent ist er seit 4 Uhr im Dienst. Bis 7 Uhr ist Stress pur angesagt. Da rollen fast alle Busse im Linienverkehr, bis zu 230 von VS, PVG und OVO in beiden Landkreisen. Schüler und Azubis müssen pünktlich in ihre Bildungseinrichtungen kommen, Berufstätige in ihre Betriebe.
Es kann schon mal vorkommen, dass ein Busfahrer krank wird oder ein Fahrzeug ausfällt. Dann muss Sieber schnell Ersatz organisieren, damit der Fahrplan eingehalten werden kann, die Fahrgäste an ihr Ziel kommen. In der KomBus-Gruppe gibt es einen Bereitschaftsplan für Fahrer, die informiert werden müssen, um den Dienst zu übernehmen. Auf den Betriebshöfen gibt es Reservefahrzeuge, die angefordert werden können, um die Linienfahrt zu übernehmen.
Erfahrungen helfen bei Entscheidungen
Jeder Tag verläuft anders in der Leitstelle, manche Situationen sind vorhersehbar. Wie zum Beispiel die Organisation von Schienenersatzverkehr im Auftrag der Deutschen Bahn,
obwohl hier die Anforderungen manchmal auch erst Stunden vorher eintreffen.
Lothar Sieber hat das weit verzweigte Busliniennetz von OVS, PVG und OVO auf den
Computerbildschirmen und im Kopf. „Ich kenne jede Haltestelle“, sagt er. Vor über 20
Jahren hat er seinen Busschein gemacht, er beförderte viele Jahre die Fahrgäste in der Region. Sieber kann sich sehr gut in die Situation der Busfahrer hineinversetzen. Das hilft ihm bei seinen Entscheidungen.
Wo sich der Bus gerade befindet
Natürlich hilft die moderne Technik mit, dass der Buslinienverkehr planmäßig rollt. Neben Telefon und Sprechfunk sind das vor allem die in den Bussen in den Fahrscheindruckern versteckten I-Boxen. In diesen kleinen Computern ist der Tagesablauf des Fahrers und des Busses gespeichert. Alle 20 bis 30 Sekunden sendet die I-Box ein Datentelegramm an
die zentrale Leitstelle, wo sich der Bus gerade befindet, ob er pünktlich ist und weitere Informationen.
So kann Lothar Sieber, wenn es notwendig sein sollte, eingreifen und die Busfahrer anfunken. „Bitte in Bad Blankenburg zwei Minuten warten, damit der Anschlussbus
erreicht werden kann.“ Denn die Fahrgäste sollen ihr Ziel pünktlich erreichen.
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