Eine klare, deutliche Ansage im Bus ist manchmal nötig
Thüringen. Morgens im Linienbus zwischen Sömmerda und Kölleda. Ina A., sie möchte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen, fährt täglich mit dem Bus zur Arbeit. Sie fühlt sich sicher, macht während der Fahrt auch mal die Augen zu. In fast 20 Jahren hat sie noch keinen Unfall erlebt, auch keinen Zoff oder handfesten Streit im Bus.
Vor der nächsten Tour, hier fahren vor allem Schüler mit, berichtet Busfahrer Jörg Brettschneider aus seinem Alltag. Vor Schulbeginn ist es ruhiger im Bus als nach dem Unterricht. Das Hinweisschild vorn am Einstieg „Bitte keine Schulranzen auf die Sitze stellen“ wird nur teilweise befolgt. Wenn der Geräuschpegel im Bus zu sehr anschwillt, dann ist schon mal eine klare und deutliche Ansage nötig, so Jörg Brettschneider. Seit 14 Jahren befördert er Schüler, „mit ihnen komme ich gut aus“, betont er.
Busunternehmen und ihre Partner bieten Aktionen und Programme für einen sicheren Schulweg an. In Kirchheim im Ilm-Kreis übt Christine Aßmann von der Kreisverkehrswacht Gotha mit Grundschülern und Vorschulkindern das richtige Verhalten im Bus. Zum Beispiel, dass der Ranzen beim Einsteigen in die Hand und dann im Bus unter den Sitz gehört. Sonst könnte er bei einer überraschenden Vollbremsung wie eine Rakete durch das Fahrzeug fliegen. Das lässt sie bei 20 km/h im fahrenden Bus vorführen.
Solche für Schulen und Eltern kostenlosen Angebote gibt es in ganz Thüringen. Sie müssen nur bei den Busunternehmen vor Ort und ihren Partnern wie den regionalen Verkehrswachten, der Unfallkasse Thüringen oder beim Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmer e.V. in Erfurt nachgefragt werden.
Die drei Busunternehmen im Saale-Orla-Kreis und Landkreis Saalfeld-Rudolstadt fahren seit vielen Jahren mit ihrer Busschule in die Kindertagesund Bildungseinrichtungen. OVS-Betriebsleiter Dietmar Wurmb betont den hohen Stellenwert dieser präventiven und erlebnisorientierten Programme. Das fängt an beim geordneten Einsteigen und geht bis zur Antwort auf die Frage: Was ist ein toter Winkel?
Als Partner der Schulen und Busunternehmen unterstützt und begleitet die Unfallkasse Thüringen Aktionen für mehr Verkehrssicherheit. Pressesprecherin Stephanie Robus betont die Vorbildwirkung Erwachsener im Bus und überhaupt im Straßenverkehr: „Sie müssen das richtige Verhalten vorleben. Wer einmal mit seinem Kind bei Rot über die Straße geht, hat verloren.“ Die Statistik weist nach: der Bus ist das sicherste Beförderungsmittel auf dem Weg zur Schule.
Weitere Informationen: http://www.omnibusverband.de
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